Cape Verde – No Stress – Teil 4

August 29, 2026  •  Kommentar schreiben

Haie, Regen und Abschied – die letzten Tage auf Sal

Fünf Tage sind inzwischen vergangen, seit wir auf Sal angekommen sind.

Aus einer relativ spontanen Idee ist ein Urlaub geworden, der uns bereits unglaublich viele Eindrücke beschert hat: Traumstrände, kristallklares Wasser, Wüste, Salzseen, Vulkangestein, eine Katamaranfahrt, Schnorcheln, Segeln, gutes Essen, eine Neon-Party – und jede Menge „No Stress“.

Aber ein großes Abenteuer steht noch auf dem Programm.

Und diesmal geht es nicht auf den Katamaran.

Nicht in die Wüste.

Nicht in die Berge.

Sondern:

Zu den Haien.


Samstag, 15. August – Besuch bei den Haien

Die Abholung am Hotel erfolgt pünktlich.

Diesmal erwartet uns eine angenehm kleine Gruppe von gerade einmal acht Personen.

Und wir haben wieder einmal Glück mit unserem Guide.

Unsere Reiseleiterin ist deutschsprachig und gleichzeitig Meeresbiologin aus Südafrika. Sie arbeitet auf Sal im Bereich der Meeres- und Naturschutzforschung.

Damit haben wir genau die richtige Begleitung für das heutige Abenteuer.

Denn unser Ziel ist die Shark Bay – die Haifischbucht.


Shark Bay – wo Zitronenhaie ganz nah kommen

Die Shark Bay liegt an der Ostküste von Sal, in der Nähe von Pedra de Lume. Die flache, felsige Bucht ist vor allem deshalb bekannt, weil sich dort regelmäßig Zitronenhaie aufhalten.


 

Der Zitronenhai (Negaprion brevirostris) gehört zu den größeren Haiarten und kann deutlich über drei Meter lang werden. Die Tiere, die wir heute sehen werden, sind allerdings noch weit davon entfernt.

Es handelt sich überwiegend um Jungtiere, die maximal etwa fünf Jahre alt sind. Trotzdem können selbst diese jungen Haie bereits eine beeindruckende Länge von bis zu rund 1,80 Metern erreichen.

Und genau diese Tiere wollen wir heute aus nächster Nähe erleben.

Für mich persönlich ist das ein ganz besonderes Erlebnis.

Denn wer mich kennt, weiß:

Ich liebe Meerestiere.

Delfine, Wale, Schildkröten, Fische – und natürlich auch Haie.

Die Vorstellung, gleich tatsächlich mitten zwischen Haien zu stehen, sorgt deshalb bei mir eher für Vorfreude als für Angst.


Project Biodiversity – Naturschutz zum Anfassen

Bevor es ins Wasser geht, bekommen wir eine kurze Einweisung.

Und dabei erfahren wir noch mehr über die Arbeit von Project Biodiversity.

Die Organisation setzt sich auf den Kapverden insbesondere für den Schutz der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der Unechten Karettschildkröte, die an den Stränden von Sal ihre Eier ablegt. Project Biodiversity engagiert sich unter anderem für den Schutz der Nistplätze, Monitoring und Aufklärungsarbeit.

Und es gibt für uns eine ganz besondere Verbindung:

Project Biodiversity betreut auch die Meeresschildkröten-Aufzuchtstation in unserem Hotel.

Die Organisation, bei der ich am Vortag eine Patenschaft für ein komplettes Schildkrötennest übernommen habe, ist also dieselbe Organisation, deren Arbeit wir heute noch einmal aus einer völlig anderen Perspektive kennenlernen.

Das macht den Ausflug für uns noch interessanter.

Wir sehen heute nicht einfach nur Tiere.

Wir bekommen einen Einblick in die Arbeit einer Organisation, die sich aktiv für deren Schutz einsetzt.


Schuhe an – jetzt wird es ernst

Bevor wir loslaufen, bekommen wir eine weitere wichtige Information:

Schuhe anlassen!

Der Untergrund in der Bucht ist teilweise scharfkantig und keinesfalls mit einem weichen Sandstrand zu vergleichen.

Also Schuhe festziehen und los.

Wir laufen ein Stück ins flache Wasser.

Und dann heißt es:

Augen auf!


Plötzlich sind sie da

Zunächst sieht man nicht viel.

Ein bisschen Wasserbewegung.

Schatten.

Dann plötzlich:

Ein Hai.

Und noch einer.

Und noch einer.

Die Zitronenhaie schwimmen ganz entspannt durch das flache Wasser.

Und dann kommen sie näher.

Sehr viel näher.

Wir stehen im Wasser.

Die Haie schwimmen um uns herum.

Teilweise direkt an uns vorbei.

Und dann passiert etwas, das ich so schnell wahrscheinlich nicht vergessen werde:

Ein Hai schwimmt zwischen meinen Beinen hindurch.

Keine Glasscheibe.

Kein Aquarium.

Keine große Distanz.

Nur wenige Zentimeter Wasser zwischen uns.

Natürlich ist Respekt dabei.

Das sollte man bei Wildtieren auch unbedingt haben.

Aber Angst?

Nein.

Die Tiere wirken völlig entspannt.

Und genau das macht dieses Erlebnis so faszinierend.


Ein Fotograf mitten zwischen Haien

Natürlich ist meine Kamera dabei.

Was sonst?

Für mich ist das Fotografieren in diesem Moment allerdings eine echte Herausforderung.

Das Wasser ist flach.

Die Tiere bewegen sich ständig.

Das Licht verändert sich.

Und gleichzeitig muss man natürlich aufpassen, wo man hintritt.

Aber genau das macht es spannend.

Es entstehen Bilder und Erinnerungen aus einer Perspektive, die man nicht jeden Tag bekommt.

Ich könnte vermutlich noch Stunden hier bleiben.

Doch irgendwann heißt es:

Zurück.

Die Zeit in der Bucht ist vorbei.


Zurück ins Hotel

Wir fahren zurück zum Hotel.

Und während der Fahrt lassen wir das Erlebte noch einmal Revue passieren.

Für mich gehört die Shark Bay definitiv zu den Höhepunkten unseres Aufenthalts.

Nicht nur wegen der Haie.

Sondern weil wir die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erleben durften.

Keine Show.

Kein Aquarium.

Einfach Meer.

Und Haie.


Ein letzter Strandnachmittag

Zurück im Hotel nehmen wir zunächst ein kurzes Mittagessen im Buffetrestaurant ein.

Danach ist für den Rest des Nachmittags nur noch eines angesagt:

Erholung.

Wir gehen an den Strand.

Keine Tour.

Keine Termine.

Kein Programm.

Einfach Liege, Meer und Sonne.

Der perfekte letzte richtige Urlaubstag nach einem ereignisreichen Vormittag.


Santa Maria bei Nacht

Am Abend essen wir relativ früh.

Denn wir haben noch etwas vor.

Wir wollen noch einmal nach Santa Maria.

Also Taxi bestellen und los.

Die Stadt wirkt am Abend noch einmal völlig anders als tagsüber.

Bars und Restaurants sind gut besucht.

Musik liegt in der Luft.

Menschen sitzen draußen.


Es herrscht Leben auf den Straßen.


Wir genießen noch ein wenig das Nachtleben und schlendern durch die Stadt.

Und natürlich dürfen die letzten Souvenirs nicht fehlen.

Ein paar Erinnerungen müssen schließlich mit nach Hause.

Irgendwann geht es zurück ins Hotel.

Denn morgen steht das Unvermeidliche an:

Koffer packen.


Sonntag, 16. August – der letzte Urlaubstag

Der letzte Urlaubstag ist angebrochen.

Und eigentlich wollen wir heute überhaupt nichts mehr unternehmen.

Unser Plan ist denkbar einfach:

Den ganzen Tag am Strand verbringen.

Ausschlafen.

Frühstück.

Strand.

Meer.

Entspannung.

Perfekt.

Doch ausgerechnet heute zeigt sich das Wetter erstmals etwas wechselhafter.

Stärkere Bewölkung zieht über Sal.

Zwischendurch kommt immer wieder kurz der blaue Himmel zum Vorschein.

Und dann passiert etwas, das auf Sal durchaus erwähnenswert ist:

Es regnet.

Ein kurzer Regenschauer.

Für uns fast schon ein kleines Ereignis.

Denn Sal gehört zu den trockensten Regionen der Kapverden. Regen ist hier selten und fällt zudem sehr unregelmäßig. Ein kurzer Schauer im Urlaub ist deshalb weniger Ärgernis als vielmehr eine kleine Besonderheit.

Wir nehmen es gelassen.

Natürlich.

No Stress.


Der Koffer wartet

Irgendwann heißt es dann aber doch:

Zurück aufs Zimmer.

Duschen.

Umziehen.

Und vor allem:

Koffer packen.

Zumindest schon einmal weitestgehend.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell eine Woche Urlaub vergeht.

Gerade angekommen.

Und schon wieder packt man die Koffer.

Aber ein schöner letzter Abend wartet noch auf uns.


Das letzte Abendessen – und noch einmal großes Kino

Für den letzten Abend haben wir einen Tisch im hoteleigenen Steakrestaurant reserviert.

Und auch diesmal werden wir nicht enttäuscht.

Das Essen ist hervorragend.

Die Atmosphäre angenehm.

Der Service aufmerksam.

Nach dem bisherigen Urlaub passt dieser Abend perfekt als Abschluss.

Noch einmal richtig gut essen.

Noch einmal genießen.

Noch einmal zurückblicken.

Und dann wird es langsam Zeit, Abschied zu nehmen.

Morgen geht es nach Hause.


Montag, 17. August – Abschied von Sal

Der Abreisetag.

Ein Tag, den man im Urlaub eigentlich nicht braucht.

Wir gehen ein letztes Mal zum Frühstück.

Und natürlich wird noch einmal ausgiebig zugeschlagen.

Denn wer weiß, wann wir das nächste Mal ein solches Buffet vor uns haben werden.

Danach zurück aufs Zimmer.

Noch einmal frisch machen.

Die letzten Sachen in den Koffer.

Kontrollieren, ob auch wirklich nichts vergessen wurde.

Und dann:

Auschecken.


Zurück zum Flughafen

Der Bus bringt uns zurück zum Flughafen.

Diesmal kennen wir die Strecke schon.

Vor wenigen Tagen sind wir hier angekommen.

Jetzt fahren wir dieselbe Strecke zurück.

Nur mit einem entscheidenden Unterschied:

Wir wissen, dass unser Urlaub vorbei ist.

Da wir bereits online eingecheckt haben, ist der Ablauf am Flughafen erfreulich unkompliziert.

Koffer abgeben.

Sicherheitskontrolle.

Und dann heißt es warten.

Wir haben noch etwas Zeit.

Also setzen wir uns in eine Bar.

Und auch hier gibt es noch einmal ein kleines Wiedersehen.

Wir treffen einige bekannte Gesichter aus den vergangenen Tagen.

Menschen, die wir bereits bei der Inselrundfahrt und anschließend bei der Katamaran-Tour getroffen haben.

Zufälle gibt es manchmal.

Wir trinken gemeinsam noch einen Kaffee und erzählen uns von unseren letzten Urlaubstagen.

Dann ist es soweit.

Boarding.


Und plötzlich sind wir wieder zu Hause

Unser Flug soll eigentlich zu einer bestimmten Zeit starten.

Doch auch hier meint es das Schicksal gut mit uns.

Das Flugzeug startet rund 20 Minuten früher als geplant.

Der Flug selbst verläuft ruhig und entspannt.

Und dann die nächste Überraschung:

Wir landen rund 40 Minuten früher als geplant in Frankfurt.

Dort wartet bereits unser Sohn auf uns.

Er hat uns schließlich auch vor einer Woche zum Flughafen gebracht.

Jetzt holt er uns wieder ab.

Der Kreis schließt sich.

Und damit endet unser Urlaub auf Kap Verde.


Fazit: No Stress – und genau das war es

Was bleibt nach einer Woche Sal?

Vor allem:

Ein verdammt gutes Gefühl.

Die Reise war ursprünglich eine ziemlich spontane Entscheidung.

Kap Verde stand zwar schon einmal vor einigen Jahren auf unserer Liste möglicher Reiseziele, aber dieses Mal ging alles ziemlich schnell.

Mitte Juli entschieden.

Nach Wacken noch eine Woche weg.

Im August schon auf Sal.

Und wir haben diese Entscheidung keine Sekunde bereut.

Im Gegenteil.

Kap Verde hat uns überrascht.


Eine Insel voller Gegensätze

Sal ist nicht die klassische tropische Insel.

Hier gibt es keine üppigen Regenwälder.

Keine grünen Berge.

Keine ständig wechselnden Landschaften.

Sal ist trocken.

Karg.

Vulkanisch.

Windig.

Und gerade dadurch unglaublich faszinierend.

Wir haben eine Fata Morgana mitten in der Wüste gesehen.

Sind in eine Vulkangrotte hinabgestiegen.

Haben in einer Saline im Wasser getrieben.

Haben Fischerorte und Märkte besucht.

Sind mit einem Katamaran über den Atlantik gefahren.

Haben geschnorchelt und gesegelt.

Auf Delfine gewartet.

Sind mit Zitronenhaien geschwommen.

Haben Meeresschildkröten unterstützt.

Eine Massage genossen.

Am Strand entspannt.

Cocktails getrunken.

Und auf einer Neon-Party bis spät in die Nacht gefeiert.

Für eine Woche war das eine ganze Menge.


Und dann sind da noch die Menschen

Was unseren Urlaub aber mindestens genauso schön gemacht hat, waren die Menschen.

Die Reiseleiter.

Die Crews.

Die Mitarbeiter im Hotel.

Die anderen Urlauber.

Und natürlich die Menschen, die wir bei unseren Ausflügen kennengelernt haben.

Manche Begegnungen waren nur kurz.

Andere haben sich über mehrere Tage wiederholt.

Und genau diese kleinen Begegnungen machen einen Urlaub am Ende oft zu etwas Besonderem.


Cape Verde – No Stress

Und dann ist da dieses Motto.

Man findet es überall.

No Stress.

Anfangs ist es einfach ein Spruch.

Ein Slogan.

Eine nette Urlaubsfloskel.

Nach einer Woche auf Sal sehen wir das ein bisschen anders.

Denn die Menschen auf den Kapverden scheinen dieses Lebensgefühl tatsächlich zu leben.

Nicht alles muss hektisch passieren.

Nicht alles muss sofort passieren.

Nicht jeder Tag braucht ein straffes Programm.

Man kann sich Zeit lassen.

Man kann miteinander reden.

Man kann gemeinsam lachen.

Man kann einfach mal sitzen und aufs Meer schauen.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis unseres Urlaubs:

Manchmal muss man einfach einen Gang zurückschalten.

Wir wollten eine Woche Erholung.

Wir haben Erholung bekommen.

Aber darüber hinaus haben wir unglaublich viel erlebt.

Und deshalb steht am Ende unseres kleinen Reiseabenteuers nur ein Fazit:

Cape Verde? Jederzeit wieder.

No Stress. 🇨🇻🌴🌊

Ende.

 


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