Cape Verde – No Stress – Teil 1

August 24, 2026  •  Kommentar schreiben

Von Frankfurt nach Sal – und der erste Spaziergang, der etwas länger wurde als geplant

10. August 2026 – 2:00 Uhr morgens.

Der Wecker klingelt. Und zwar zu einer Uhrzeit, zu der der normale Mensch eigentlich noch tief und fest schläft. Bei uns ist allerdings nichts mit Ausschlafen. Der Koffer ist gepackt, die Vorfreude groß und das Ziel weit entfernt: Kap Verde.

Um 3:00 Uhr geht es los Richtung Flughafen Frankfurt. Unser Sohn übernimmt den Chauffeurdienst und bringt uns zum Flughafen. Wenig später stehen wir am neuen Terminal 3 des Frankfurter Flughafens – und damit beginnt auch für mich eine kleine Premiere.

Premiere: Abflug vom neuen Terminal 3

Terminal 3 ist seit April 2026 offiziell in Betrieb und ist das größte neue Terminalprojekt am Frankfurter Flughafen seit Jahrzehnten. Mit den Flugsteigen G, H und J ist das neue Terminal zunächst auf rund 19 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. 

Nach Jahren der Planung und Bauzeit ist das Terminal also endlich Realität.

Und unser erster Eindruck?

Noch erstaunlich ruhig.

Es ist kurz nach 4 Uhr morgens und im Terminal ist wenig los. Viele Geschäfte haben noch geschlossen, die große Shopping- und Gastronomiewelt, mit der das neue Terminal beworben wird, schläft ebenfalls noch. Einzig ein Café hat bereits geöffnet – und wird damit zwangsläufig zum begehrten Treffpunkt für alle, die ebenfalls zu dieser nachtschlafenden Zeit unterwegs sind.

Eigentlich passt das ganz gut zu unserem Reiseziel. Noch wissen wir es natürlich nicht, aber das Motto unseres Urlaubs wird uns schon bald begleiten:

No Stress.

Und Stress haben wir zumindest am Flughafen nicht.

Das Boarding beginnt pünktlich um 5:00 Uhr. Alles läuft völlig entspannt und nach Plan. Um 6:00 Uhr hebt unser Flieger ebenfalls pünktlich ab.

Kap Verde, wir kommen!


Ein Flug mit Zwischenstopp – ohne auszusteigen

Nach mehreren hundert Flügen ist man irgendwann der Meinung, eigentlich schon ziemlich viel erlebt zu haben. Doch auch dieser Flug hält noch eine kleine Premiere für mich bereit.

Denn es handelt sich um einen sogenannten Milk-Run.

Das bedeutet vereinfacht gesagt: Der Flieger fliegt nicht direkt zu unserem endgültigen Ziel.

Unser erster Stopp ist Boa Vista, ebenfalls eine der Kapverdischen Inseln. Dort landen wir, bleiben aber einfach auf unseren Sitzen. Die Passagiere, deren Urlaub auf Boa Vista endet, verlassen das Flugzeug. Gleichzeitig steigen die Urlauber ein, deren Reise dort beginnt.

Dann werden die Türen wieder geschlossen – und wir fliegen weiter.

Unser Ziel ist jetzt Sal.

Der zweite Flugabschnitt ist allerdings kaum der Rede wert. Gerade einmal ungefähr 15 Minuten später setzen wir wieder zur Landung an.

Einsteigen, sitzen bleiben, aussteigen – und schon sind wir auf einer anderen Insel.


Willkommen auf Sal

Wir landen am Amílcar-Cabral-Flughafen bei Espargos. Der Flughafen ist nach dem kapverdischen Freiheitskämpfer Amílcar Cabral benannt und der wichtigste internationale Flughafen der Insel.

Die Einreiseformalitäten laufen erfreulich unkompliziert. Keine langen Wege, keine endlosen Warteschlangen und insgesamt alles ziemlich entspannt.

Und dann ist es soweit:

Wir verlassen das Flughafengebäude.

Draußen wartet bereits unser Reiseveranstalter auf uns.

Jetzt beginnt unser eigentlicher Urlaub.

Unser Ziel liegt ganz im Süden der Insel: Santa Maria.

Mit dem Bus geht es vom Flughafen Richtung Süden. Die Fahrt dauert knapp 30 Minuten. Während draußen die Landschaft vorbeizieht, bekommen wir einen ersten Eindruck von Sal.

Und dieser Eindruck ist zunächst einmal: karg.

Sal ist mit rund 215 Quadratkilometern eine relativ kleine und gleichzeitig sehr flache Insel. Der höchste Punkt, der Monte Grande, erreicht gerade einmal rund 406 Meter. Die Insel ist geprägt von Trockenheit, viel Sonne, Sand, Wind und einer fast schon surreal wirkenden Landschaft. Der Name „Sal“ kommt nicht von ungefähr – die Insel war lange Zeit für ihre Salzgewinnung bekannt. Heute ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren.

Doch genau diese Kombination aus Sonne, Meer, Sand und Wind macht Sal heute zu einem beliebten Urlaubsziel. Vor allem Wassersportler kommen hier auf ihre Kosten: Windsurfen, Kitesurfen, Wellenreiten und Tauchen gehören zu den Aktivitäten, für die Sal bekannt ist.

Wir fahren weiter.

Und irgendwann taucht vor uns Santa Maria auf.


Santa Maria – unser Zuhause für die nächsten Tage

Santa Maria liegt an der Südspitze von Sal und ist das touristische Zentrum der Insel. Aus einem ehemaligen Fischer- und Salzhandelsort ist über die Jahre ein lebendiger Urlaubsort mit Hotels, Restaurants, Bars, Geschäften und natürlich einem gewaltigen Strand geworden.

Die Stadt selbst ist vergleichsweise klein und lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Rund um die zentrale Fußgängerzone findet man Restaurants, Cafés, kleine Geschäfte und Bars – und fast überall ist das Meer irgendwie präsent.

Doch zunächst sehen wir davon noch nicht viel.

Denn unser Hotel ist erreicht.

Wir sind allerdings deutlich früher da, als unser Zimmer bezugsfertig ist.

Also heißt es erst einmal: warten.

Aber auch das lässt sich aushalten.

Wir setzen uns ins Hotelrestaurant und nehmen erst einmal ein Mittagessen zu uns. Schließlich sind wir seit Stunden unterwegs – und irgendwann meldet sich dann doch der Magen.

Nach dem Essen kommt die erlösende Nachricht:

Das Zimmer ist fertig.

Also Koffer schnappen, Zimmer beziehen und erst einmal ankommen.

Unser erster Eindruck ist positiv. Wir sind zufrieden.

Aber lange hält es uns dort nicht.

Denn natürlich wollen wir endlich raus.

Das Meer sehen.

Den Strand sehen.

Sal erleben.


Der erste Blick auf den Atlantik

Wir entscheiden uns für einen ersten Erkundungsspaziergang.

Zunächst gehen wir einfach in Richtung Hotelstrand.

Und dann stehen wir da.

Wow!

Weißer Sand.

Kristallklares Wasser.

Türkis- und Blautöne, die fast schon kitschig wirken.

Nach der langen Anreise ist dieser erste Blick auf den Atlantik genau das, was wir jetzt brauchen.

Sal macht es einem leicht, sich sofort wohlzufühlen.

Die Strände rund um Santa Maria gehören zu den großen Attraktionen der Insel. Feiner, heller Sand trifft auf klares Wasser, dazu der nahezu permanente Wind, der Sal auch bei Wassersportlern so beliebt macht.

Wir stehen am Strand und überlegen:

Warum eigentlich umdrehen?

Wir haben Zeit.

Also gehen wir am Strand entlang.

Einfach weiter.

Und weiter.

Und irgendwann kommt die Idee auf:

Warum eigentlich nicht bis nach Santa Maria laufen?

Auf der Straße wären es von unserem Hotel aus vielleicht zwei Kilometer.

Was soll schon schiefgehen?

Nun ja …


Wenn aus zwei Kilometern plötzlich acht werden

Wir laufen weiter am Strand entlang.

Und relativ schnell merken wir:

Der Strand verläuft nicht einfach schnurgerade in Richtung Santa Maria.

Er macht einen gewaltigen Bogen.

Einen wirklich gewaltigen Bogen.

Aus den gefühlten zwei Kilometern werden plötzlich geschätzte sieben oder acht Kilometer.

Und das am ersten Urlaubstag.

Nach einer kurzen Lagebesprechung treffen wir eine strategisch wichtige Entscheidung:

Wir kürzen ab.

Wir verlassen den Strand und gehen auf die Straße.

Von dort ist Santa Maria tatsächlich deutlich schneller zu erreichen.

Also laufen wir weiter.

Die Müdigkeit von der kurzen Nacht ist mittlerweile zwar deutlich spürbar, aber die Neugier ist größer.

Und schließlich erreichen wir die ersten Straßen von Santa Maria.


Erste Eindrücke von Santa Maria

Jetzt wird es lebendiger.

Während rund um unser Hotel noch die typische Atmosphäre einer großen Ferienanlage herrscht, bekommen wir hier einen ersten Eindruck vom eigentlichen Leben auf Sal.

Bunte Häuser.

Kleine Geschäfte.

Restaurants.

Bars.

Menschen auf der Straße.

Touristen und Einheimische nebeneinander.

Und natürlich immer wieder dieser Blick auf das Meer.

Santa Maria ist heute stark vom Tourismus geprägt, hat sich aber gleichzeitig Teile seines ursprünglichen Charakters bewahrt. Die Stadt verbindet Strandurlaub mit dem alltäglichen Leben der Insel – und genau diese Mischung macht den Ort interessant.

Besonders bekannt ist eigentlich der Pontão de Santa Maria, der traditionelle Pier, an dem früher Salz verschifft wurde und der später zu einem wichtigen Treffpunkt der Fischer wurde. EIGENTLICH...denn dieser als Highlight in Santa Maria angepriesene Spot existiert aktuell nicht mehr. Er wurde abgerissen und wird gerade neu gebaut.

Wir schauen uns zunächst einfach ein wenig um.

Noch ohne großen Plan.

Wir sind schließlich gerade erst angekommen.

Und irgendwann meldet sich der Körper dann doch ziemlich deutlich.

Zeit für eine Pause.


Ein Drink, ein kleiner Snack und das erste „No Stress“

Wir setzen uns in eine Strandbar.

Ein kleiner Snack.

Ein kühler Drink.

Der Blick aufs Meer.

Und plötzlich ist die Anreise gefühlt ganz weit weg.

Genau solche Momente sind es, wegen denen man verreist.

Kein Termindruck.

Kein „Wir müssen noch schnell …“.

Kein Blick auf die Uhr.

Einfach sitzen, schauen, genießen.

No Stress.

Wobei wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass wir an unserem ersten Tag bereits deutlich mehr Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben als ursprünglich geplant.

Für einen entspannten Start in einen Strandurlaub ist das vielleicht nicht unbedingt die perfekte Strategie.

Aber egal.

Wir sind im Urlaub.


Taxi statt Strandmarsch

Für den Rückweg entscheiden wir uns dann doch für die komfortablere Variante.

Taxi.

Die paar Minuten Fahrt zurück zum Hotel sind genau das, was wir jetzt brauchen.

Dort angekommen folgt das obligatorische Urlaubsprogramm:

Duschen.

Frisch machen.

Und anschließend Abendessen.

Nach einem Tag, der eigentlich um 2:00 Uhr morgens begonnen hat und deutlich länger geworden ist als geplant, gibt es irgendwann auch keine großen Diskussionen mehr.

Wir sind müde.

Sehr müde.

Also geht es ins Bett.

Der erste Tag auf Sal endet damit ziemlich unspektakulär – aber genau deshalb irgendwie perfekt.

Wir sind angekommen.

Wir haben den Atlantik gesehen.

Wir haben den ersten Strand genossen.

Wir waren zum ersten Mal in Santa Maria.

Und wir haben festgestellt, dass „ein kleiner Erkundungsspaziergang“ auf Sal durchaus die Dimension einer Wanderung annehmen kann.

Aber das Wichtigste:

Der Urlaub hat gerade erst begonnen.

Und Sal hat offensichtlich noch einiges mit uns vor.

Fortsetzung folgt …

 


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