Nach dem etwas turbulenten Start in unseren Kap-Verden-Urlaub am Montag ist für Dienstag zunächst einmal eines angesagt:
Ausschlafen.
Und genau das tun wir auch.
Kein Wecker um zwei Uhr morgens. Kein Kofferpacken. Kein Flughafentransfer. Kein Zeitdruck.
Einfach schlafen.
So langsam beginnt sich der Urlaub tatsächlich wie Urlaub anzufühlen.
Irgendwann geht es dann zum Frühstück.
Und schon hier wartet die erste Überraschung des Tages.
Das Frühstücksbuffet unseres Hotels ist schlichtweg Wahnsinn.
Die Auswahl ist riesig. Von Brot und Brötchen über verschiedene Wurst- und Käsesorten bis hin zu Obst, Müsli, Joghurt, warmen Speisen, Eierspeisen und allerlei süßen Versuchungen ist eigentlich alles vertreten, was man sich morgens wünschen kann.




Wir lassen uns Zeit.
Sehr viel Zeit.
Nach dem Frühstück haben wir schließlich nichts vor.
Oder besser gesagt: noch nichts.
Denn anschließend steht ein Treffen mit unserem Reiseleiter auf dem Programm.
Bevor wir uns den Ausflügen widmen, stellt sich vielleicht die Frage:
Warum ausgerechnet Kap Verde?
Ganz so spontan, wie es zunächst klingt, war die Entscheidung dann doch nicht.
Kap Verde stand bei uns bereits vor einigen Jahren einmal auf der Liste möglicher Reiseziele. Damals hatten wir uns allerdings für ein anderes Urlaubsziel entschieden.
Dieses Jahr war es dagegen tatsächlich eher eine Last-Minute-Entscheidung.
Eigentlich hatten wir andere Pläne.
Doch da ich im September eine neue berufliche Herausforderung beginnen werde, fällt unser in den vergangenen Jahren fast schon traditioneller Sommerurlaub im November dieses Jahr leider aus.
Und kurz vor Wacken kam irgendwann der Gedanke:
Warum eigentlich nicht einfach noch eine Woche weg?
Eine Woche raus.
Eine Woche Sonne.
Eine Woche Meer.
Eine Woche abschalten.
Einfach Erholung.
Die Entscheidung fiel schließlich Mitte Juli – also ziemlich kurzfristig.
Und einmal mehr hat meine Frau ihr wirklich goldenes Händchen bewiesen, wenn es darum geht, interessante Reiseziele und gute Angebote aufzuspüren.
Kap Verde wurde es.
Und schon nach dem ersten Tag auf Sal wussten wir:
Das war keine schlechte Entscheidung.
Da wir diesmal nur eine Woche auf Sal verbringen und die Erholung eindeutig im Vordergrund stehen soll, entscheiden wir uns bewusst gegen einen komplett selbst organisierten Urlaub.
Wir wollen nicht jeden Tag Mietwagen fahren, Routen planen, Eintrittspreise recherchieren und überlegen, wo wir als Nächstes hinmüssen.
Stattdessen buchen wir organisierte Tagesausflüge.
Das hat für uns diesmal einen ganz entscheidenden Vorteil:
Wir können einfach mitfahren und genießen.
Nach dem Gespräch mit unserem Reiseleiter stehen schließlich drei Touren auf unserem Programm:
Was wir dabei erleben werden, gibt es in den kommenden Teilen ausführlicher.
Für heute steht allerdings noch keine große Tour auf dem Programm.
Heute heißt es:
Strand.
Nach dem Termin mit unserem Reiseleiter geht es zurück aufs Zimmer.
Badesachen an.
Strandsachen packen.
Und los.
Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir den Strand.
Wir suchen uns einen Platz etwas abseits der größeren Menschenmengen. Eine Liege direkt am Meer – besser kann man einen Urlaubstag eigentlich nicht beginnen.
Und dann?
Ab ins Wasser.
Das Meer ist herrlich.
Kristallklar.
Leichte Wellen.


Und eine Sicht unter Wasser, die mich als Fotografen natürlich sofort wieder reizt.
Zum Glück habe ich meine kleine Unterwasserkamera dabei.
Also entstehen die ersten Unterwasser-Schnappschüsse unseres Urlaubs.




Keine großen fotografischen Kunstwerke.
Keine geplanten Shootings.
Einfach draufhalten und den Moment festhalten.
Denn manchmal sind genau diese spontanen Bilder die schönsten Erinnerungen.
Danach heißt es:
Auf die Liege.
Sonne.
Meer.
Ruhe.
Entspannen.
No Stress.
Nach ungefähr drei Stunden beschließen wir, wieder aufs Zimmer zu gehen.
Und dann passiert etwas, womit wir so nicht gerechnet haben.
Wir schauen uns an.
Und erschrecken.
Wir sind knallrot.
Nicht ein bisschen gerötet.
Nicht „ein wenig Sonne abbekommen“.
Sondern wirklich rot.
Und das, obwohl wir Sonnencreme benutzt haben, teilweise ein T-Shirt getragen haben und auch noch im Schatten gelegen haben.
Dabei sind wir durchaus regelmäßige Urlauber in Regionen mit intensiver Sonne.
Aber an einen derartigen Sonnenbrand können wir uns beim besten Willen nicht erinnern.
Die Sonne auf Sal hat offensichtlich andere Pläne mit uns.
Jetzt hilft nur noch:
Pflegeprogramm.
Wir wollten ohnehin noch einmal nach Santa Maria.
Also verbinden wir das Angenehme mit dem Notwendigen und machen uns auf den Weg.
Unser erstes Ziel:
Die Apotheke.
Wir schildern unser Problem und bekommen von der Apothekerin eine klare Empfehlung:
Aloe-Vera-Gel.
Also kaufen wir die kühlende Rettung für unsere Haut und machen uns anschließend noch auf den Weg durch Santa Maria.
Natürlich können wir nicht einfach nur in die Apotheke gehen und wieder verschwinden.
Wir sind schließlich im Urlaub.
Also suchen wir uns eine Bar in der Fußgängerzone.
Ein Cocktail muss sein.
Oder besser gesagt:
Ein Cocktail gehört zum Urlaubsprogramm.
Wir sitzen dort, schauen dem Trubel in der Fußgängerzone zu und lassen den Tag langsam ausklingen.
Es gibt wahrlich schlechtere Orte, um einen Sonnenbrand zu kurieren.
Zurück im Hotel heißt es erst einmal:
Duschen.
Eincremen.
Und hoffen, dass die Haut uns den Ausflug am nächsten Tag nicht übelnimmt.
Danach geht es zum Abendessen.
Im hoteleigenen Chinarestaurant.


Also machen wir uns wieder fertig und gehen zum Abendessen.
Auch diesmal lassen wir es uns gutgehen.
Anschließend setzen wir uns noch auf ein paar Drinks in die Hotelbar.

Ein bisschen erzählen.
Ein bisschen lachen.
Den Tag Revue passieren lassen.
Und irgendwann ist dann auch klar:
Wir sind fertig.
Also ab ins Bett.
Denn am nächsten Morgen wartet unser erster großer Tagesausflug.
Der Wecker klingelt.
Heute allerdings nicht um zwei Uhr morgens.
Aber immerhin früh genug.
Denn heute geht es auf unsere erste organisierte Tour:
Inselerkundung Sal.
Wir haben uns bewusst für eine kleinere Gruppe entschieden.
Maximal zehn Personen sollen dabei sein.
Und bereits bei der Abholung im Hotel zeigt sich:
Das wird gut.
Denn die Abholung ist – für unsere bisherigen kapverdischen Eindrücke – geradezu erschreckend pünktlich.
Unser Guide ist da.
Wir sind da.
Die anderen Teilnehmer sind da.
Und los geht's.
Schon nach wenigen Minuten stellt sich heraus, dass wir eine richtig gute Gruppe erwischt haben.
Und auch unser Tourist Guide erweist sich als Volltreffer.
Kompetent, sympathisch, gut gelaunt und offensichtlich mit Spaß bei der Sache.
Wir sollten an diesem Tag noch sehr viel Spaß miteinander haben.
Unser erstes Ziel heißt Terra Boa.
Und der Name passt.
Denn viel mehr als trockene Erde, Geröll und eine scheinbar endlose Landschaft gibt es hier zunächst nicht.
Sal zeigt sich hier von seiner kargsten Seite.
Und genau hier passiert etwas Faszinierendes.
Wenn die Sonne entsprechend steht und die Luft über dem aufgeheizten Boden flimmert, kann am Horizont plötzlich etwas auftauchen, das wie Wasser aussieht.
Eine Fata Morgana.
Natürlich gibt es dort keinen See.
Wir stehen mitten in dieser kargen Landschaft und schauen in Richtung Horizont.
Ein bisschen muss man schon zweimal hinschauen.
Und genau das macht den Reiz von Terra Boa aus.
Es ist kein spektakulärer Ort im klassischen Sinne.
Keine Palmen.
Kein türkisfarbenes Meer.
Kein Traumstrand.
Stattdessen:
Wüste. Hitze. Wind. Und eine Fata Morgana.


Ein ziemlich guter Vorgeschmack auf die landschaftliche Vielfalt von Sal.
Weiter geht es Richtung Nordwesten der Insel.
Unser Ziel:
Buracona.
Oder, wie es wesentlich bekannter ist:
The Blue Eye – das Blaue Auge.


Buracona ist eine vulkanisch geprägte Küstenlandschaft mit Höhlen und natürlichen Wasserbecken. Das berühmte „Blue Eye“ entsteht durch das Zusammenspiel von Sonnenlicht, Wasser und der Öffnung in der Felsformation. Trifft die Sonne im richtigen Winkel auf die Höhle, leuchtet das Wasser in einem intensiven Blau.
Und genau das wollen wir natürlich sehen.
Schon die Landschaft rundherum ist beeindruckend.
Schwarzes Vulkangestein.
Der Atlantik.
Wind.
Sonne.
Und dann dieser Blick in die Tiefe.
Das Wasser im „Blue Eye“ leuchtet tatsächlich in einem unglaublichen Blau.
Für einen Fotografen ist das natürlich wieder eine Steilvorlage.

Hier könnte man vermutlich den halben Tag verbringen.
Aber unser Programm ist straff.
Also heißt es irgendwann:
Weiter.
Nächster Halt:
Palmeira.
Und damit verlassen wir endgültig die reine Urlaubswelt.
Palmeira ist ein kleines Hafen- und Fischerdorf an der Westküste von Sal. Der Hafen ist für die Versorgung der Insel von großer Bedeutung und gleichzeitig Ausgangspunkt für die lokale Fischerei. Bunte Fischerboote, Netze und das geschäftige Treiben am Wasser vermitteln einen deutlich authentischeren Eindruck vom Leben auf Sal als die großen Hotelanlagen im Süden.






Wir machen einen Rundgang und bekommen einen Eindruck davon, wie unterschiedlich diese Insel sein kann.


Und natürlich gehört auch hier ein kleiner Zwischenstopp dazu.
Wir setzen uns in eine Bar.
Cocktail.
Was sonst?
Der Urlaub läuft.
Danach geht es weiter nach Espargos.
Die Stadt liegt ziemlich genau im Zentrum der Insel und ist das wirtschaftliche und administrative Zentrum von Sal.
Hier bekommt man noch einmal einen ganz anderen Eindruck vom Alltag der Insel.
Keine großen Hotelanlagen.
Keine Strandpromenade.
Keine touristische Kulisse.
Stattdessen:
Menschen, Geschäfte und ganz normales kapverdisches Alltagsleben.
Wir besuchen eine Markthalle.

Und auch wenn wir natürlich nicht alles mit dem vergleichen können, was wir von Märkten aus anderen Ländern kennen, ist gerade dieser Einblick interessant.
Denn genau solche Orte erzählen häufig mehr über ein Land als jeder perfekt inszenierte touristische Aussichtspunkt.
Hier wird eingekauft.
Hier wird gehandelt.
Hier trifft man sich.
Und hier sieht man, wie das Leben jenseits der Hotelanlagen funktioniert.
Langsam macht sich auch der Hunger bemerkbar.
Unser nächster Halt ist die Area Docas Pedra de Lume.
Hier wartet unser Mittagessen.
Und das kommt genau zur richtigen Zeit.
Denn inzwischen haben wir bereits einige Kilometer und mehrere Sehenswürdigkeiten hinter uns.
Essen, trinken, kurz durchschnaufen.

Dann geht es weiter.
Denn eines der Highlights des Tages wartet noch auf uns.
Wenn man über Sal spricht, kommt man an Pedra de Lume eigentlich nicht vorbei.
Schon der Name der Insel erinnert an das Salz, das über Jahrhunderte eine zentrale Rolle für die Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung der Insel gespielt hat.
Die Salinas de Pedra de Lume liegen im Krater eines erloschenen Vulkans. Die rund 40 Hektar große Anlage ist nicht nur landschaftlich außergewöhnlich, sondern auch historisch bedeutend. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts begann hier die industrielle Salzgewinnung. Das Salz wurde über lange Zeit exportiert und trug maßgeblich zur dauerhaften Besiedlung und Entwicklung von Sal bei.



Schon beim ersten Blick in den Krater ist die Szenerie beeindruckend.
Rötliche und dunkle Vulkanhänge.
Weiße Salzflächen.
Blaues Wasser.
Teilweise orange und violette Farbtöne.
Die verschiedenen Farben entstehen unter anderem durch die chemische Zusammensetzung der Salzbecken und die dort lebenden Mikroorganismen.
Aber das eigentliche Highlight wartet unten.
Das Wasser.
Oder besser gesagt:
Die unglaubliche Menge an Salz im Wasser.
Wir steigen hinein.
Und dann passiert etwas, das sich zunächst ziemlich ungewohnt anfühlt:
Man geht nicht unter.
Man schwimmt.
Beziehungsweise:
Man wird vom Wasser getragen.
Die extrem hohe Salzkonzentration sorgt für einen enormen Auftrieb. Dadurch kann man praktisch mühelos auf dem Wasser liegen und treiben.
Ein ziemlich abgefahrenes Gefühl.
Man liegt einfach auf dem Wasser.
Ohne Schwimmbewegungen.
Ohne sich anstrengen zu müssen.
Einfach treiben.
Und während wir da im Salz liegen, wird uns bewusst, wie unterschiedlich die Erlebnisse dieses Tages sind.
Heute Morgen standen wir noch mitten in einer Wüste und haben auf eine Fata Morgana geschaut.
Jetzt schweben wir in einem Vulkankrater auf Salzwasser.
Sal ist definitiv mehr als nur Strand.
Zum Abschluss unseres Tagesausflugs geht es in den Pachamama Eco Park, auch bekannt als Viveiro Botanical Garden.
Und nach der trockenen, kargen Landschaft der vergangenen Stunden ist dieser Ort fast schon surreal.
Denn plötzlich sind wir von Grün umgeben.
Der botanische Garten wurde auf der eigentlich extrem trockenen Insel Sal geschaffen und beherbergt zahlreiche Pflanzenarten sowie gerettete Tiere. Das Projekt arbeitet unter anderem mit Solarenergie und recyceltem Wasser und zeigt damit, dass selbst auf einer der trockensten Inseln des Archipels eine grüne Oase möglich ist.
Nach Wüste, Vulkangestein, Meer und Salz ist dieser Ort genau der richtige Abschluss.
Ruhig.
Grün.
Entspannt.
Fast schon ein bisschen verwunschen.
Wir laufen durch die Anlage, schauen uns Pflanzen und Tiere an und genießen einfach die Atmosphäre.

Keine Hektik.
Kein Zeitdruck.
Einfach sitzen.
Schauen.
Durchatmen.
Und wieder einmal:
No Stress.
Irgendwann geht es zurück ins Hotel.
Und wir sind ehrlich gesagt ziemlich erledigt.
Nicht negativ erledigt.
Sondern auf diese angenehme Art, bei der man am Ende eines Tages weiß:
Heute haben wir richtig viel erlebt.
Zurück im Hotel geht es erst einmal unter die Dusche.
Klamotten wechseln.
Kurz hinsetzen.
Durchatmen.
Ein bisschen entspannen.
Aber der Tag ist noch nicht ganz vorbei.
Denn für den Abend haben wir wieder einen Tisch reserviert.
Im hoteleigenen Steaktaurant.




Also machen wir uns wieder fertig und gehen zum Abendessen.
Auch diesmal lassen wir es uns gutgehen.
Das Essen ist lecker, der Tag wird noch einmal gemeinsam Revue passieren gelassen und irgendwann wird klar:
Mehr geht heute nicht.
Wir sind hundemüde.
Also verzichten wir ausnahmsweise auf weitere Drinks an der Bar.
Heute gewinnt das Bett.
Und das ziemlich eindeutig.
Drei Tage auf Sal – und die Insel zeigt uns bereits drei völlig unterschiedliche Gesichter.
Am ersten Tag:
Traumstrand und Atlantik.
Am zweiten:
Erholung, Sonne und Santa Maria.
Und am dritten:
Wüste, Fata Morgana, Vulkanhöhlen, Hafen, Markt, Salz und eine grüne Oase.
Genau das macht die Insel für uns so spannend.
Sal ist auf den ersten Blick trocken, karg und fast lebensfeindlich.
Aber wenn man genauer hinsieht, steckt unglaublich viel darin.
Und wir haben gerade erst angefangen, die Insel kennenzulernen.
Die nächsten beiden großen Programmpunkte stehen bereits fest:
Katamaran und Haifischbucht.
Aber dazu später mehr.
Fortsetzung folgt …