Playoff-Football ist etwas Besonderes. Die Anspannung ist spürbar, jeder Spielzug kann über Sieg oder Niederlage entscheiden und Kleinigkeiten machen am Ende den Unterschied. Genau das bekamen die Zuschauer im Halbfinale der U19-Juniorenregionalliga zwischen den Leonberg Alligators und den Weinheim Longhorns zu sehen. Nach einem packenden Schlagabtausch auf Augenhöhe mussten sich die Longhorns am Ende knapp mit 26:32 geschlagen geben.
Für die Mannschaft begann der Tag ungewohnt entspannt. Statt bereits mitten in der Nacht aufzustehen, stand die erste Busabfahrt der Saison zu einer fast luxuriösen Uhrzeit auf dem Programm. Um 10:45 Uhr rollte der Mannschaftsbus Richtung Leonberg. Nach den zahlreichen frühen Auswärtsfahrten der vergangenen Monate fühlte sich das fast wie Ausschlafen an.
In Leonberg angekommen blieb genügend Zeit für die gewohnten Abläufe. Das Team bezog die Kabine, zog sich um und bereitete sich konzentriert auf das wichtigste Spiel der bisherigen Saison vor. Während die Spieler sich aufwärmten und gemeinsam noch einmal den Gameplan durchgingen, lief im Hintergrund bereits die beeindruckende Organisation der Longhorns.
Unsere großartige Orga-Crew sorgte dafür, dass an der Sideline alles perfekt vorbereitet war. Verpflegungszelt, Medizin- und Physio-Bereich sowie das Coaching-Zelt wurden aufgebaut – ein enormer Aufwand, der häufig im Hintergrund bleibt, ohne den ein Spieltag dieser Größenordnung jedoch kaum möglich wäre.


Besonders beeindruckend war erneut die Unterstützung unserer Fans. Zahlreiche Eltern, Familienmitglieder und Freunde hatten den Weg nach Leonberg gefunden und verwandelten das Auswärtsspiel beinahe in ein Heimspiel. Die lautstarke Kulisse begleitete die Mannschaft während der gesamten Begegnung und sorgte für eine fantastische Atmosphäre.




Die Weinheim Longhorns erwischten den perfekten Start. Bereits im ersten Viertel gelang der erste Touchdown inklusive Extrapunkt zum 7:0. Die Defensive arbeitete konzentriert und ließ den Alligators zunächst kaum Möglichkeiten, ins Spiel zu finden.




Auch im zweiten Quarter lief zunächst alles nach Plan. Ein weiterer Touchdown mit erfolgreichem Point after Touchdown erhöhte die Führung auf 14:0. Die Longhorns kontrollierten das Spiel und schienen auf einem guten Weg ins Finale.




Doch Leonberg zeigte, warum die Mannschaft zu den stärksten Teams der Liga gehört. Noch vor der Halbzeit kämpften sich die Gastgeber eindrucksvoll zurück und glichen mit zwei Touchdowns inklusive Extrapunkten zum 14:14 aus. Mit diesem Spielstand ging es nach der Two-Minute-Warning in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Alligators zunächst das Kommando. Zwei Touchdowns sorgten für eine zwischenzeitliche 26:14-Führung. Plötzlich schien das Momentum vollständig auf Seiten der Gastgeber zu liegen.




Doch Aufgeben war für die Longhorns keine Option.




Mit großem Einsatz kämpfte sich das Team zurück. Noch im dritten Viertel verkürzte Weinheim auf 20:26 und hielt sich damit alle Chancen offen.




Im Schlussviertel erreichte das Halbfinale seinen absoluten Höhepunkt.




Die Longhorns fanden erneut den Weg in die Endzone und stellten auf 26:26. Das Spiel war wieder völlig offen. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe und lieferten den Zuschauern ein echtes Playoff-Spiel, das bis in die Schlussphase hinein keinen Sieger erkennen ließ.




Nach der Two-Minute-Warning folgte schließlich der entscheidende Angriff der Leonberg Alligators. Den Gastgebern gelang noch ein weiterer Touchdown zum 32:26. Die Longhorns warfen anschließend noch einmal alles nach vorne, konnten das Spiel jedoch nicht mehr drehen.
Mit dem Schlusspfiff war die Enttäuschung riesig. Das Finale war zum Greifen nah und doch fehlten am Ende nur wenige entscheidende Momente.
Das Endergebnis fühlt sich aus Sicht der Longhorns äußerst bitter an. Über weite Strecken begegneten sich beide Mannschaften absolut auf Augenhöhe. Es war ein intensives, spannendes und hochklassiges Halbfinale, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte.
Natürlich gab es während der Begegnung einige Schiedsrichterentscheidungen, die aus meiner Sicht nur schwer nachzuvollziehen waren. Über die gesamte Saison – sowohl in der U19 als auch bei den Seniors – war dies für mich eine der schwächsten Schiedsrichterleistungen. Dennoch wäre es falsch, die Niederlage ausschließlich darauf zu schieben. Die Longhorns hatten mehrfach selbst die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden. Am Ende waren es viele kleine Situationen, die zusammen den Ausschlag gaben.
Für mich persönlich war es erneut ein besonderer Spieltag. Als Teammanager und Teamfotograf durfte ich das Team wieder hautnah begleiten und gleichzeitig die emotionalsten Momente des Tages festhalten.
Fotografisch stellte mich das Wetter allerdings vor echte Herausforderungen. Im Minutentakt wechselten sich strahlender Sonnenschein und dichte Wolken ab. Harte Schatten, extremes Gegenlicht und ständig wechselnde Lichtverhältnisse machten jede Szene zu einer neuen Aufgabe. Gerade bei schnellen Sportarten wie American Football ist das alles andere als einfach – dennoch sind genau solche Spiele oft diejenigen, die am Ende die emotionalsten Bilder liefern.
Auch wenn der Traum vom Finale geplatzt ist, ist die Saison für die Weinheim Longhorns noch nicht beendet.
Bereits am kommenden Sonntag wartet das Spiel um Platz 3. Im heimischen Sepp-Herberger-Stadion empfangen die Longhorns die Ravensburg Razorbacks. Noch einmal möchte die Mannschaft gemeinsam mit ihren Fans alles geben und sich mit einer starken Leistung aus der Saison verabschieden.
Die Unterstützung von der Seitenlinie wird dabei wichtiger sein denn je.
Die genauen Informationen zum Spiel folgen in den nächsten Tagen auf unserem Instagram-Kanal.