Wenn Helden des Alltags die Fußballschuhe schnüren – Das 8. ICU-Fußballturnier in Weinheim
Vergangenen Samstag stand für mich einmal etwas völlig anderes auf dem Programm. Statt wie gewohnt an der Seitenlinie eines American-Football-Spiels unterwegs zu sein, führte mich mein Weg auf die Sportanlage der TSG Weinheim zum 8. ICU-Fußballturnier.
Bei diesem Turnier handelt es sich weit mehr als nur um eine sportliche Veranstaltung. Das ICU-Fußballturnier ist vor allem ein Wohltätigkeitsevent, bei dem Menschen zusammenkommen, die tagtäglich Verantwortung übernehmen und für andere da sind. Insgesamt 17 Teams aus Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdiensten und weiteren systemrelevanten Bereichen trafen sich in Weinheim, um gemeinsam für den guten Zweck zu spielen.
Hinter den Kulissen beginnt das Turnier schon lange vor dem Anpfiff
Während die Besucher am Samstagmorgen auf eine bereits perfekt vorbereitete Veranstaltung trafen, begann die eigentliche Arbeit natürlich deutlich früher.
Allen voran hatte das Organisationsteam rund um Beatrix bereits Wochen und Monate in die Planung investiert. Für uns Helfer der TSG Weinheim bedeutete dies, bereits am Freitagnachmittag mit den Vorbereitungen zu beginnen. Plätze mussten hergerichtet, Infrastruktur aufgebaut und zahlreiche organisatorische Details vorbereitet werden.
Am Samstag klingelte der Wecker dann entsprechend früh. Bereits um 7:30 Uhr liefen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Tische und Bänke wurden aufgebaut, Cateringbereiche eingerichtet und unzählige Kleinigkeiten erledigt, die bei Veranstaltungen dieser Größenordnung notwendig sind.
Es ist erstaunlich, wie viel Arbeit hinter einem einzigen Veranstaltungstag steckt – und wie wenig davon die Besucher später überhaupt wahrnehmen.
Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt
Natürlich durfte auch das kulinarische Angebot nicht fehlen.
Zwei Food Trucks sorgten den gesamten Tag über für zufriedene Gäste. Während der eine mit Burgern und Würstchen die herzhaften Gelüste bediente, lockte der andere mit Softeis und Slush Ice – eine Kombination, die sich angesichts der sommerlichen Temperaturen als besonders beliebt herausstellte.




Parallel dazu wurde der Bereich für die große Tombola vorbereitet. Zahlreiche Preise warteten auf glückliche Gewinner und machten den Familientag zu einer rundum gelungenen Veranstaltung für Groß und Klein.

Bis zum Eintreffen der Mannschaften gegen 9 Uhr herrschte daher reger Betrieb auf der gesamten Anlage.
17 Teams, zwei Spielfelder und jede Menge Leidenschaft
Nach und nach trafen die Teams ein und richteten sich rund um die Spielfelder ein. Mit Pavillons, Sitzgelegenheiten und Kühlboxen entstanden kleine „Clubhäuser“, die den gesamten Tag über als Treffpunkt und Rückzugsort dienten.
Gegen 9:30 Uhr begann schließlich das Turnier.
Auf zwei Spielfeldern gleichzeitig rollte der Ball. Unterstützt von einer professionellen Turnierleitung, einem Stadionsprecher und einem DJ entstand schnell eine Atmosphäre, die man sonst eher von deutlich größeren Veranstaltungen kennt.


Die Spiele waren intensiv, fair und von großem Einsatz geprägt. Dabei stand zwar der sportliche Ehrgeiz im Vordergrund, gleichzeitig war aber jederzeit spürbar, dass hier Menschen zusammenkamen, die im Berufsalltag oft gemeinsam für andere kämpfen.
Fotograf außerhalb der Komfortzone
Für mich persönlich war dieser Tag auch fotografisch eine spannende Erfahrung.
Neben meiner Tätigkeit als Helfer war ich natürlich mit der Kamera unterwegs. Allerdings bewegte ich mich diesmal auf ungewohntem Terrain.
Nach mittlerweile rund zehn Jahren American Football habe ich dort eine gewisse Routine entwickelt. Ich weiß meist, wann sich eine spannende Spielsituation anbahnt, wo ich stehen muss und welche Momente wahrscheinlich entstehen werden.
Beim Fußball sah das zunächst ganz anders aus.
Man könnte meinen, Sport sei Sport. Doch Fußball stellt einen Fotografen vor ganz andere Herausforderungen. Das Spiel ist deutlich flüssiger, das Geschehen wechselt permanent die Richtung und entscheidende Szenen entstehen oft innerhalb von Sekundenbruchteilen.
Anfangs fiel es mir deshalb schwer, die richtigen Momente einzufangen. Doch genau darin lag auch der Reiz.






Manchmal lohnt es sich, die eigene Komfortzone bewusst zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren. Nur so erweitert man seinen Horizont, entwickelt neue Fähigkeiten und sammelt Erfahrungen, die man später auch in anderen Bereichen nutzen kann.
Rückblickend war genau das einer der spannendsten Aspekte dieses Tages.







Der Wünschewagen zu Gast in Weinheim
Nach der Mittagspause warteten gleich mehrere Highlights auf die Besucher.
Zunächst stellte sich der Wünschewagen Mannheim des ASB vor. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich über die wichtige Arbeit des Projekts zu informieren.
Der Wünschewagen erfüllt schwerstkranken Menschen einen letzten Herzenswunsch und ermöglicht ihnen besondere Momente, die ansonsten oft nicht mehr realisierbar wären. Die Gespräche mit den Verantwortlichen machten deutlich, wie viel Engagement, Herzblut und Menschlichkeit hinter diesem Projekt stecken.


Die Hauptattraktion: Christoph 53 landet direkt am Sportplatz
Der wohl spektakulärste Moment des Tages folgte wenig später.
Unter den Blicken zahlreicher Besucher setzte der Rettungshubschrauber Christoph 53 der DRF Luftrettung direkt auf dem Gelände auf.
Schon das Anfluggeräusch sorgte für gespannte Blicke in den Himmel. Als der Hubschrauber schließlich landete, strömten zahlreiche Besucher zum abgesperrten Bereich.




Die Crew nahm sich viel Zeit für Fragen und ermöglichte den Gästen sogar einen Blick ins Innere des Hubschraubers. Besonders für die vielen Kinder war dies ein unvergessliches Erlebnis.




Doch auch viele Erwachsene nutzten die seltene Gelegenheit, moderne Luftrettung einmal aus nächster Nähe kennenzulernen.


Spannung bis zum Finale
Nach den Attraktionen des Nachmittags richtete sich der Fokus wieder auf das Sportliche.
Mit den Halbfinalspielen begann die entscheidende Phase des Turniers. Anschließend folgten das Spiel um Platz drei sowie das große Finale.
Die Mannschaften gaben trotz der mittlerweile drückenden Hitze noch einmal alles. Nicht nur die Spieler, sondern auch Zuschauer und Helfer kamen angesichts der Temperaturen ordentlich ins Schwitzen.
Nach dem Finale folgte schließlich die traditionelle Siegerehrung, bei der die Leistungen aller Teams gewürdigt wurden.


Ein langer Tag geht zu Ende
Doch mit der Siegerehrung war die Arbeit noch lange nicht vorbei.
Nun begann der Abbau. Tische mussten verstaut, Technik abgebaut und die gesamte Anlage zumindest grob gereinigt werden.
Als gegen 18 Uhr schließlich die letzten Arbeiten erledigt waren, waren wir alle froh, den schweißtreibenden Tag erfolgreich gemeistert zu haben.
Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir allerdings noch nicht, dass dieser Tag noch eine ganz besondere Fortsetzung bekommen sollte.
Doch frei nach Michael Ende und seiner „Unendlichen Geschichte“:
„Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.“
Und genau diese Geschichte gibt es dann morgen.
Deine Unterstützung ist gefragt
Solltest du die bei diesem Turnier begünstigten Organisationen ebenfalls unterstützen wollen, dann kannst du das auf dem folgenden beiden Spendenkonten machen:
Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V.
IBAN: DE84 3702 0500 0007 0607 05
BIC: BFSWDE33XXX
SozialBank
Verwendungszweck: "Wünschewagen oder Wünschewagen + Standort*
Aufwind-Viernheim e.V.
IBAN: DE93 5519 0000 0366 6590 19
BIC: MVBMDE55
Volksbank Darmstadt Mainz